Archiv der Kategorie 'allgemeines'

deutsche jugend

Vergangene Woche veröffentlichte das Innenministerium in Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) erste Ergebnisse einer Studie zum Thema „Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt“. In den Jahren 2007 und 2008 sind für diese Studie in 61 Landkreisen und kreisfreien Städten fast 45.000 durchschnittlich 15 Jahre alte Schüler befragt worden.

Die Ergebnisse bezüglich rassistischer, antisemitischer und faschistischer Einstellungen unter Jugendlichen sind erschreckend: 40, 4 % der Befragten sind laut Studie als “ausländerfeindlich” einzustufen (vgl. S. 122), 14, 2 % von ihnen sogar als “sehr ausländerfeindlich”.

ganzen artikel gibts beim stoerungsmelder der zeit.

drakonisch

Der FC Rot-Weiß Erfurt hat folgenden Maßnahmenkatalog nach den Vorkommnissen im Thüringenderby am 14.02.2009 erarbeitet:

- sämtliche Mitglieder der Gruppierung „Erfordia Ultras“ erhalten im Steigerwaldstadion bis zum 30.06.2009 Hausverbot. Diese Regelung gilt unabhängig ob die Mitglieder der o.a. Gruppierung beim Thüringen-Derby am 14.02.2009 anwesend waren oder nicht.

- die ausgesprochenen Hausverbote im Steigerwaldstadion werden an alle anstehenden Auswärtsgegner weitergeleitet, mit der Bitte, diese Hausverbote ebenfalls in den gast-gebenden Stadien zu übernehmen

- gegen alle überführten Straftäter aus dem o.a. Thüringen-Derby wird ein DFB-Verfahren eingeleitet, mit dem Ziel diesem Personenkreis ein bundesweites und lebenslanges Stadion-verbot zu verhängen

- der FC Rot-Weiß Erfurt wird alle überführten Straftäter aus dem o.a. Thüringen-Derby zivil-rechtlich auf Schadensersatz in der Höhe des tatsächlichen Schadens des Vereins verklagen

- ab sofort wird jedes Mitbringen oder Verwenden von pyrotechnischen Erzeugnissen im Steigerwaldstadion mit einem sofortigen lebenslangen Hausverbot geahndet. Daneben wird gegen solche Personen sofort ein DFB-Verfahren eingeleitet, mit dem Ziel ein bundesweites und lebenslanges Stadionverbot zu verhängen

FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

quelle

dick am start

ein paar gedanken von anderen menschen haben mich in der letzten zeit zum nachdenken gebracht. ueber die welt, ueber die dinge, ueber das sein an sich. ich moechte den autoren an dieser stelle gerne die ehre zuteil werden lassen, die ihnen gebuehrt. also:

Führt sehe ich aber auch groß im kommen!

Meiner Meinung nach finde ich auch Reutlingen im Kommen ;)

Ich finde auch das Augsburg durchaus eine Wachsende Szene mit viel Potential hat.

(sic!) und, wer wird dieses einzigartige rennen fuer sich entscheiden? fuerth fuerth den sieg nach hause?

We want Damage !

Die Essener Verkehrs AG klagt über steigende Kosten durch Vandalismus und stellt dabei ein paar interessante dinge fest.

fggfg

[…]Eingeschlagene Scheiben sind nur eine Facette des Problems, Graffiti eine andere.[…] Auch vor dem U-Bahnhof Hirschlandplatz, vor kurzem erst saniert und farblich neu gestaltet, machen die Sprayer nicht halt. „Wir rollen ständig mit Farbe hinterher“, so Gröpper resignierend.

Besonders augenfällig ist das Ausmaß am Viehofer Platz. Der U-Bahnhof war einst von der Künstlerin Gabriele Stirl und Jugendlichen im Rahmen eines Projektes zur Beschäftigungsförderung künstlerisch gestaltet worden. Die Wände sind inzwischen so stark besprüht, dass das Kunstwerk nicht mehr zu retten sei. Da hilft auch kein Schutzanstrich. „Bevor die lossprühen, rauen sie die Wände auf, damit die Farbe tief ins Mauerwerk eindringt“, berichtet Gröpper. Gegen soviel kriminelle Energie ist kein Kraut gewachsen. Bei der Evag denken sie deshalb darüber nach, die Stribl-Bilder komplett zu übermalen.

Auf bis zu fünf Millionen Euro jährlich beziffert Evag-Sprecher Nils Hoffmann den Schaden, der dem Nahverkehrsunternehmen durch mutwillige Zerstörungen entsteht, allen voran durch Graffiti. „Offenbar gibt es in Essen eine sehr aktive Sprayer-Szene.“ Die Polizei registriert „eine steigende Tendenz“ bei Sachbeschädigungen durch Graffiti. Fotos und Filmchen von Farbanschlägen auf Waggons und Wände sind im Internet zu sehen. „Das gibt wohl den Extra-Kick“, vermutet Hoffmann. Was tun? Die Evag prüft, die U-Bahnanlagen mit weiteren 600 Kameras auszurüsten, zusätzlich zu jenen 250, die ausschließlich die Bahnsteige überwachen. Kosten: etwa zwei Millionen Euro.

Hier gibts den ganzen Artikel zu den sorgen der EVAG

Graffiti isn´t a Crime !

vacation

hier wird bis anfang januar nichts, aber auch gar nichts gehen, vermuten wir. weil wir alle gar nicht da sind. also, haut mal rein.

RACIST MOTHERFUCKERS!

streitbar, innovativ, aktiv

„Die CSU München ist über den Tod ihres ehemaligen Schatzmeisters tief erschüttert“, erklärte der Bezirksvorsitzende der Münchner CSU, Otmar Bernhard, auf schriftlichem Weg. „Der hinterhältige Terror, der sich am anderen Ende der Welt abspielt, wurde durch den Tod von Ralph Burkei in die Mitte Münchens getragen.“ Unvergessen blieben „sein Tatendrang und seine Großzügigkeit, aber auch seine Ecken und Kanten“.

das haben die fans von 1860 aber schon vor laengerer zeit gewusst:

achso, wer sich noch genauer fuer den tod von ralph burkei interessiert, kann hier weiterlesen. danke an dieser stelle fuer den hinweis auf diese connection an denjenigen, der weiss, dass er gemeint ist. :)

i had a dream

heute nacht traeumte ich, dass im us-bundesstaat south dakota 80% der buerger fuer john mc cain stimmen werden, wenn sie darum gebeten werden, sich fuer einen neuen praesidenten zu entscheiden. der traum war in etwa so: ich sah die cnn news (ich habe gar keinen fernseher) und dort konnte man eine karte von south dakota sehen (ich habe keine ahnung, wie south dakota aussieht, weder landschaftlich noch von den umrissen her), und in dem staat war eine kuchendiagramm eingezeichnet. das stueck, auf dem mc cain stand, war ganz schoen gross. andere menschen traeumen von sex, geld und erfolg (ich hingegen habe nichts davon), ich von south dakota.

stutzig geworden, wie sich das mit south dakota eigentlich genau verhaelt, schaute ich mir gleich den zugehoerigen wikieintrag an und siehe da: south dakota wird von den republikanern dominiert. sieh mal einer an! dann ging es weiter und ich schaute mir wieder die seiten an, die ich immer besuche, unter anderem verbrochenes. da wiederum war ein artikel verlinkt, der bei lizas welt erschien und sich mit – na, mal raten! – genau, dem thema us-praesidenten beschaeftigt. ich finde barack obama jetzt auch nicht unbedingt unsympathischer, aber diese beinahe-vergoetterung, die er erfaehrt, seit er in berlin ein paar phrasen in den wind gedroschen hat, ist ganz schoen anstrengend. denn: obama mag sympathisch wirken, er mag etwas dunklere haut als die bisherigen us-praesidenten haben (allein, dass man dies einem menschen als attribut zuschreibt, zeigt, in was fuer einer welt wir leben), aber er ist eben auch nur ein politiker. und die reden bisweilen ziemlich inhaltslosem kram, aber das kann man bei liza wohl besser nachlesen als hier.

vermutlich wuerde mich jetzt mancher fragen wollen, ob ich mc cain als praesidenten denn besser faende. nein, wuerde ich vermutlich sagen. aber, was ich auch vermute: ob nun der eine oder andere regiert, die welt wird dadurch – vermutlich – keine bessere oder schlechtere werden. und mein leben wohl auch nicht.

music changed my life in so many ways

in all den jahren, die vergangen sind, seit ich die elektronische musik fuer mich entdeckt habe, gab es stets diese momente, die vermutlich jeder kennt, der fuer diese musik die gleiche liebe empfindet wie der schreiber dieser zeilen: die einsicht, dass auf das, was bisher gemacht wurde, noch einer draufgesetzt werden kann, eine erkenntnis, die mal in kuerzeren, mal in laengeren abstaenden zueinander an die oberflaeche trat. heute schaut man mit einem schmunzeln auf die tracks und die abende zurueck, mit denen man die ersten erfahrungen mit der musik machte, erinnert sich – vielleicht manches mal ein wenig peinlich beruehrt – daran, mit was fuer leuten man in was fuer laeden die musik und den lifestyle, der nun einmal mit ihr verbunden ist, lebte und genoss.

und doch, die momente kamen immer wieder, wo man es bemerkte: dass da immer noch mehr geht, immer noch ein wenig (oftmals auch eine ganze menge) luft nach oben war, immer noch jemand da war, der die messlatte ein stueck nach oben legte. platten, zu deren klang man frueher in ekstase geriet, wirkten belanglos, oede, langweilig, ohne jeden esprit – weil es sich mit der musik wie mit dem technischen fortschritt in der filmindustrie verhaelt: nichts ist langweiliger als ein kinofilm, dessen einziges aushaengeschild die special effects waren und der sonst – ausser einer flachen story und eindimensionalen charakteren – nichts zu bieten hatte, sobald die naechste generation an computereffekten auf den markt kam und die explosionen und computeranimationen so billig wirkten, dass man nur noch darueber lachen konnte. in diesen momenten bekamen diese produkte der kulturindustrie hoechstens noch einen nostalgischen wert, der vielleicht dabei half, noch eine lieblos designte collectors edition abzuwerfen – oder, im falle der musik – auf retroparties zum besten gegeben zu werden, in der hoffnung, dass es immer noch genug leute gaebe, die noch nicht gemerkt haben, dass es laengst besseres gibt.

und so sitze ich nun hier, es ist halb 4 in der nacht, troy pierce haut mir einen sound um die ohren, den ich mit worten kaum beschreiben kann: ein freund brachte es neulich auf den punkt, als er sagte, die musik sei so gut geworden, dass man an ihr kaum noch vorbeikaeme. ich glaube, viel besser kann man es kaum formulieren. und in dieser scheinbaren perfektion blitzt die ahnung auf, dass das noch nicht das ende der fahnenstange sein kann, dass das ende der geschichte eben auch musikalisch noch nicht eingelaeutet ist, dass auch wir noch entwicklungen erleben werden, die wir noch gar nicht erahnen koennen: die bessere welt wird errichtet werden, vielleicht nicht heute, vielleicht nicht mehr in diesem leben, aber irgendwann ist es so weit. und so lange das noch nicht so ist, kann man ja dasjenige abfeiern, was schon da ist: gute musik, zum beispiel von troy pierce. ein bisschen was von kommunismus hat das jedenfalls schon, in manchen momenten.

bloede sprueche

sagt der eine mensch zum anderen: „nenn mir einen spruch, dessen unwahrheit einen foermlich erschlaegt.“

„morgen wird alles anders.“

ein kompliment

er ist, war und wird fuer mich der groesste und wichtigste schriftsteller bleiben, weil er mein leben auf die nachhaltigste und wichtigste art und weise beeinflusst hat. und nun ist mir aufgefallen, dass samuel beckett auf dieser seite noch nie dafuer gewuerdigt wurde, soviel grossartige buecher geschrieben zu haben.

und weil in diesem gottverdammten rattenloch namens ruhrgebiet sowieso nichts passiert, worueber es sich auch nur die geringste zeile zu verschwenden lohnen wuerde, sei sie auch noch so digital, erteilen wir hamm, einem protagonisten aus becketts theaterstueck endspiel das wort:

HAMM: . . . Ah! . . . Er gähnt . . . Ich bin dran. Pause. Jetzt spiele ich! Er hält das Taschentuch mit ausgestreckten Armen ausgebreitet vor sich. Altes Linnen! Er nimmt seine Brille ab, wischt seine Augen, das Gesicht, putzt die Brille, setzt sie wieder auf, faltet sorgsam das Taschentuch und steckt es bedächtig in die obere Tasche seines Morgenrocks. Er hustet sich frei und legt die Fingerspitzen aneinander. Kann es überhaupt… er gähnt . . . ein Elend geben, das . . . erhabener ist als meines? Wahrscheinlich. Früher. Aber heute? Pause. Mein Vater? Pause. Meine Mutter? Pause. Mein . . . Hund? Pause. Oh, ich kann mir wohl denken, daß sie soviel leiden, wie solche Wesen leiden können. Soll das aber heißen, daß unsere Leiden gleichwertig sind? Wahrscheinlich. Pause. Nein, alles ist . . . er gähnt . . . absolut, stolz je größer man ist, um so voller ist man. [13] Pause. Trübsinnig. Und um so leerer! Er schnauft. Clov! Pause. Nein, ich bin allein. Pause. Welche Träume! … Diese Wälder! Pause. Schluß damit, es wird Zeit, daß es endet, auch in dem Unterschlupf. Pause. Und doch zögere ich, ich zögere noch zu . . . zu enden. Ja, das ist es, es wird Zeit, daß es endet, und doch zögere ich noch zu… er gähnt . . . enden. Er gähnt. Oh je, oh je, was hab ich bloß, ich sollte mich lieber schlafen legen. Er pfeift einmal kurz. Clov kommt sofort herein. Er bleibt neben dem Sessel stehen. Du verpestest die Luft! Pause. Mach mich fertig, ich will mich schlafen legen.

wer jemals die chance bekommen sollte, sich ein theaterstueck von beckett anzuschauen, sollte die moeglichkeit wahrnehmen. warum? um peter brook zu zitieren:

Beckett verärgert die Leute stets durch seine Ehrlichkeit (…). Er zeigt, es gibt keinen Ausweg, und das ist natürlich irritierend, weil es tatsächlich keinen Ausweg gibt (…). Unser fortgesetzter Wunsch nach Optimismus ist unsere schlimmste Ausflucht.