the key to life

auf kool savas gehen eine menge sprueche zurueck, die sich im laufe der jahre in meinen gedanken festgesetzt haben. einer davon wurde hier auf dem blog schonmal zitiert:

schwuchtellabels halten hoes im chorus fuer gefuehl

jetzt kann man derartige aussagen, zumal wenn sie derart lange her sind, auf ganz verschiedene arten auslegen. in diesem satz einen anflug von homophobie zu bemerken, ist sicherlich eine dieser moeglichkeiten. es ist auch ganz bestimmt ueberhaupt nicht verkehrt, das immer wieder auftauchende schwulengediss im hiphop als solches zu erkennen und daran kritik zu ueben. aber, so meine ich zumindest, hinter dieser aussage scheint mir eigentlich etwas ganz anderes zu stecken: eine weit verbreitete annahme unter labelchefs scheint es zu sein, dass mit dem einfuegen von frauenstimmen in den chorus von hiphop-tracks eine gewisse note dazukommt, die man ohne selbige eben nicht erreichen koennte, eine subtile feinheit oder eben auch das, was hier als gefuehl bezeichnet wird. dass savas uebrigens – ganz zu meinen missfallen damals als hardcore-fan und MOR-juenger – selbst derartiges gemacht hat, als er sein erstes album bei einem majorlabel veroeffentlichte, wollen wir hier mal uebergehen (der beste tag meines lebens duerfte eh allen bekannt sein, die sich die beitraege zum thema hiphop hier durchlesen), denn mir geht es um etwas ganz anderes, naemlich um das neue album von jadakiss.

lange rede, gar kein sinn? das meint aber auch nur ihr. jadakiss ist, wie die meisten guten rapper auf dieser welt, ein gebuertiger new yorker. seine ersten schritte ins hiphop-geschaeft liegen mittlerweile ueber 10 jahre zurueck: da gruendete er mit styles p – raten wir einfach mal, wo er herkommt.. – und sheek louch die formation The LOX. auf deren ersten album mit dem klangvollen namen money, power, respect gibt es einen gleichlautenden titel , uebrigens mit DMX, zu dessen anfang lil kim folgendes erklaert:

see, i believe in money, power and respect.
first you get the money, then you get the motherfuckin power.
and after you get the fuckin power, motherfuckers do respect you.

wie geil dieses lied ist, kann man schwer beschreiben. darum am besten einfach selbst anhoeren:

(ja, in zukunft werde ich auch auf anderen videoportalen nach den tracks suchen, die ich hier reinstellen moechte. vielen dank an dieser stelle an seap fuer den hinweis!)

das ist so ziemlich das gegenteil von hoes, die fuer gefuehl sorgen und leider auch ein wenig das gegenteil von dem, was uns auf dem neuesten jadakiss-album erwartet: versteht mich nicht falsch, die featurelist auf the last kiss liest sich schon gut: young jeezy ist dabei, lil wayne und styles p auch. und fuer mich besonders wundervoll: der grossartige raekwon gibt sich mit seinem wu-kollegen ghostface killah die ehre auf einem der besseren tracks des albums. an dieser stelle moechte ich die moeglichkeit der breiten oeffentlichkeit dieses blogs (hust) noch einmal nutzen, um euch allen mitzuteilen, dass raekwon EIN VERDAMMTER KILLER IST EY!!! so, nachdem wir auch das geklaert haetten: der track mit nas, what if, ist ebenfalls mehr als gut anzuhoeren. womit wir allerdings bei den problematischeren aspekten des albums waeren: 4 tracks auf dem album sind mit frauen aufgenommen. ich hoffe, man nimmt mir das nicht uebel: niemand hat etwas gegen frauen, oder sagen wir es genauer: ich habe nichts gegen frauen. es kommt sogar schonmal vor, dass ich mir ein wenig was von mc lyte anhoere. nur: frauen ist in den meisten hiphop-produktionen leider vorbehalten, gut auszusehen, in videos mit den extremitaeten zu wackeln oder eben bescheuerte hooklines zu singen, von denen ich nichts hoeren moechte, wenn ich hiphop pumpe. da hilft es auch wenig, dass sich mit mary j blige, faith evans oder auch jazmine sullivan ein paar der groessten r&b-songwriterinnen die ehre auf the last kiss geben: so hatte ich mir das einfach nicht gedacht. was bleibt also? ein paar schlaue fragen von jadakiss und nas im vielleicht besten track des albums, what if:

{jadakiss}
What if Nelson Mandela could give his time back?
What if Malcolm was silent?
What if Martin was violent? {jadakiss}

{nas}
What if I went first instead of Notorious, who would tell my story after?
What if we loved less and lust more?
If Obama was on Mount Rushmore?
Would Ali give Tyson a busted jaw?
What if I never glared out the project window? {nas}

und jetzt moechte ich den bogen wieder zurueckspannen, in dem ich nochmal jemanden zitiere, der auch schon am anfang des eintrags zu wort kommen durfte.

frag mich nicht nigger / ich steck selbst bis zum hals in der scheisse / und weiss weder weswegen noch wozu / du und ich ham nix gemeinsam / sieh ich bin nicht jesus / geh und such ne loesung ich hab nix damit zu tun


3 Antworten auf “the key to life”


  1. 1 ingo 15. April 2009 um 19:06 Uhr

    cooles kettchen

  2. 2 seap 15. April 2009 um 19:37 Uhr

    es gab sogar ein video zu besagtem ‚money, power, respect‘: http://www.dailymotion.com/video/x19n1r_lox-money-power-respect-ft-lil-kim_music

    ‚rap will mehr als sb-12 und s-900 imagepflege…‘

  3. 3 E. 16. April 2009 um 3:33 Uhr

    sauberer post, auch wenn ich mir das jada album nichtmal anhörte
    (aus genau den gründen die du beschrieben hast und ich ignoranterweise sowieso bereits annahm)

    …step ans micro doch ich schicke deine homies ins gehege

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