the esco to escobar

nuechtern stellte nas 2001 auf seinem album stillmatic fest:

my first album had no famous guest appearances
the outcome: im crowned the best lyricist.

was war 1994 also passiert? vielleicht kann the game in seinem track hustlers ein wenig mehr licht ins dunkel bringen:

fuer die hoerfaulen hier die entscheidende stelle (man kann auch im video drauf achten, wenn er die beiden CDs zeigt):

1995, eleven years from the day
I‘m in the record shop with choices to make
Illmatic on the top shelf, The Chronic on the left, homie
Wanna cop both but only got a twenty on me
So fuck it, I stole both, spent the twenty on a dub-sack
Ripped the package of Illmatic and bumped that
For my niggas it was too complex when Nas rhymed
I was the only Compton nigga with a New York State of Mind

nochmal von einer anderen seite betrachtet: woran wird man sich erinnern, wenn man in ein paar jahrzehnten versucht, die 90er jahre des letzten jahrhunderts musikalisch zu skizzieren? in deutschland brachte dieses jahrzehnt vor allem eines heraus: eine menge trash. euro-dance-trash und damit den aufstieg der musik, die in der oeffentlichkeit als techno bekannt wurde, vor allem gestuetzt durch furchtbare massenevents wie love parade, mayday und konsorten. deutscher hiphop hingegen steckte eigentlich noch fast bis zum ende des jahrzehnts in den kinderschuhen, denn ausser maessig erfolgreichen (und in meinen augen auch wenig unterhaltenden) releases von so langweilern wie advanced chemistry oder pseudoweltverbesserern ala freundeskreis („leg dein ohr auf die schiene der geschichte“ – und bleib am besten liegen bis der naechste zug kommt.) kam deutscher hiphop erst an der grenze zum jahr 2000 groesser raus. zu dieser zeit wurde gymnasiastenhiphop ala deichkind, blumentopf oder fettes brot, der vor allem mit sprachlichen feinheiten und lustigen inhalten darueber hinwegtaeuschen wollte, dass er meist aussagelos bis zum geht nicht mehr war und die erzaehlten stories so oede, dass niemand wirklich zuhoeren mochte, immer beliebter, nur um dann in den naechsten jahren – voellig zu recht – von berlin-hiphop zerstoert zu werden. was hat das mit nas zu tun? fragen wir einfach mal taktloss (du bist der wahre gott des deutschen hiphop). der erzaehlt uns in chillin killin:

‚Ich liebe Rap über alles‘,
Wenn das der Fall ist,
Wieso boykotierst du dann die Eastcoast?, wo alles begann…
Ich habe eine kleine Geschichte zu erzählen und die geht so:
Rap ist in New York gross geworden,
Aber sobald er laufen konnte, fand er den Weg an die Westcoast,
Wo es ihm viel besser gefiel,
Dann lernte er fliegen und Westberlin war sein Ziel…

soweit, so gut. zurueck zu nas: 1994 veroeffentlichte nas also sein debutalbum illmatic. und die 90er sind sozusagen die zeit, in der hiphop in den usa gross wurde. wirklich gross. dr. dre verhilft auf the chronic dem g-funk zum endgueltigen durchbruch, der wu-tang clan startet durch, raekwon bringt sein solo raus, das hier bereits abgefeiert wurde, zwei der legendaersten westcoast-alben, snoops doggystyle und 2pacsme against the world erscheinen und auch biggie smalls veroeffentlicht in dieser zeit ready to die. und dann eben illmatic: ohne grosse features, dafuer aber mit einer menge an produzenten, die dem kenner schon im voraus ein recht dickes album versprechen: dj premier steuerte die killerbeats zu represent, new york state of mind und memory lane bei, ein track wurde von q-tip von a tribe called quest produziert (die hier definitiv auch noch ihren mehr als ueberfaelligen eintrag bekommen werden!) und auch sonst waren mit large professor und pete rock zwei der bekanntesten produzenten dieser zeit auf dem album vertreten.

das gutes producing im hiphop nicht alles ist, sollte man gerade in deutschland bestens wissen: wer haette sich alben wie vom bordstein bis zur skyline, die aggro ansagen oder leider auch fast alles, was nicht von kool savas ist, bei den verschiedenen optic releases anhoeren koennen, wenn nicht wenigstens die beats oft genug die hoerbarkeit sicherstellten? wohl keiner. zum glueck hat nas solche probleme nicht gehabt, als er die tracks fuer illmatic aufnahm, denn dieses album ein meisterwerk in beinahe jeglicher hinsicht zu nennen, ist vermutlich das mindeste was man tun kann. nas entwirft in den verschiedenen tracks immer wieder eine duestere atmosphaere, zeichnet die urbane realitaet eines ganz normalen teenagers als einen taeglichen kampf, der so abwechslungsreich auch nicht ist:

yo, they call me Nas, im not your legal type of fella
moet drinkin‘, marijuana smokin‘ street dweller
whos always on the corner, rollin‘ up blessed
when i dress, its never nuttin‘ less than guess
cold be walkin‘ with a bop and my hat turned back
love committin‘ sins and my friends sell crack
this nigga raps with a razor, keep it under my tongue
the school dropout, never liked the shit from day one
cause life aint shit but stress fake niggaz and crab stunts
so i guzzle my hennesey while pullin‘ on mad blunts
the brutalizer, crew de-sizer, accelerator
the type of nigga who be pissin‘ in your elevator
somehow the rap game reminds me of the crack game
used to sport ballys and gazelles with black frames
now im into fat chains, sex and tecs
fly new chicks and new kicks, heines and becks

zum anhoeren gibts den ganzen track represent natuerlich auch. fuer mich die definition von flow, wie nasir hier ueber diesen primo-beat laeuft:

und dann zum schluss noch eine nette anekdote zum illmatic-album. dj premier erzaehlte mal in einem interview etwas ueber den track new york state of mind:

Nas — he’s one of our saviors now. When we did ‘N.Y. State of Mind,’ at the beginning when he says, ‘Straight out the dungeons of rap / Where fake niggas don’t make it back,’ then you hear him say, ‘I don’t know how to start this shit,’ ’cause he had just written it. He’s got the beat running in the studio, but he doesn’t know how he’s going to format how he’s going to convey it. So he’s going, ‘I don’t know how to start this shit,’ and I’m counting him in [to begin his verse]. One, two, three. And then you can hear him go, ‘Yo,’ and then he goes right into it. He didn’t know how he was gonna come in, but he just started going because we were recording. I’m actually yelling, ‘We’re recording!’ and banging on the [vocal booth] window. ‘Come on, get ready!’ You hear him start the shit: Rappers…. And then everyone in the studio was like, ‘Oh, my God,’ ’cause it was so unexpected. He was not ready. So we used that first verse. And that was when he was up and coming, his first album. So we was like, Yo, this guy is gonna be big.”

einfach nur killer! und wenn es sowas wie einen hiphop-gott gibt, dann ist er dafuer verantwortlich, dass sich nas und jay-z wieder vertragen haben. sonst muesste man sich vielleicht noch entscheiden. aber darueber reden wir wann anders. vielleicht. eins ist jedenfalls sicher: es sind alben wie illmatic, die mich fuer immer mit dieser musik verbunden haben, trotz all der oft so fragwuerdigen inhalte, trotz der tatsache, dass die meisten rapper vermutlich unsympathische zeitgenossen sein duerften. ich werde diese musik immer lieben.


6 Antworten auf “the esco to escobar”


  1. 1 magonza 10. Januar 2009 um 23:24 Uhr

    schön zusammengefasst.illmatic ist untopbar.es gibt kein hiphop-album was ich öfters gehört hab(ausser biofeedback von fkp)!

  2. 2 ROxIN 11. Januar 2009 um 16:42 Uhr

    top text! I never sleep, cause sleep is the cousin of death! mein lieblingsalbum alltime. kann es mir immer noch rauf und runter anhören!

    aber in den 90ern haste du eine platte vergessen. stiber twns – fenster zum hof!

  3. 3 45 11. Januar 2009 um 19:49 Uhr

    HARD KNOCKS NEWYORK STATE OF MIND
    we run new york, yeaar. ;-)

  4. 4 45 11. Januar 2009 um 19:52 Uhr
  5. 5 Tob 13. Januar 2009 um 15:41 Uhr

    good job.

  6. 6 gelo 14. Januar 2009 um 5:05 Uhr
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