we understand

die brigade nord faehrt nicht zum auswaertsspiel der zweiten mannschaft von hannover 96 gegen den ersten fc magdeburg. wer wissen will, warum:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten sie um die Berücksichtigung der Pressemitteilung der Fangruppe Brigade Nord 99.

Pressemitteilung: Personalisierte Tickets für 96 Spiel veranlasst Fans zum Boykott

Hannover 96 kündigt an Eintrittskarten für das Spiel 1.FC Magdeburg – Hannover 96 II nur gegen Vorlage des Personalausweises zu verkaufen. Empört über diesen Kriminalisierungsversuch ruft die Fangruppe Brigade Nord 99 zum Boykott des Spiels auf.

In Absprache mit der Magdeburger Polizei und dem 1.FC Magdeburg versucht Hannover 96 die Maßnahme als Sicherheitsmaßnahme für die 96-Fans darzustellen.
Die Fangruppe sieht darin einen Akt der Kriminalisierung aller 96-Fans.
Joseph Martin, Sprecher der Gruppe dazu: „Es ist eine Frechheit das sich Hannover 96 in diesem Maße gegen die eigenen Fans stellt und unter Generalverdacht stellt.“

Repression hat Tradition
Seit Jahren unterliegen Fußballfans einer fast lückenlosen Überwachung durch Polizei und Ordnungsdienste, so dass Fußballstadien mit zu den meisten Überwachten Orten in der Bundesrepublik zu zählen sind. Regelmäßig wird in Dokumentationen auf die Möglichkeiten der Überwachung hingewiesen.
Dabei wird betont das selbst ein Fan beim „in-der-Nase-bohren“ gefilmt werden könnte. Einer
der letzten Höhepunkt war dabei die Ingewahrsamnahme von über 200 Eintracht Frankfurt-Fans in Bremen am 29.11.08, die bundesweite Kreise zog.

Aktionen am Wochenende
Bereits am vergangenen Wochenende gab es Aktionen im Niedersachsenstadion, als die Brigade Nord 99 Spruchbänder mit den Texten: „Personalisierte Tickets haben’s geschafft: “ und „Unschuldsvermutung ausser Kraft!“ zeigte. Viele 96-Fans unterstützten die Aktion und kündigten weitere Aktionen an.
(Fotos im Anhang)

Boykott angekündigt
Viele 96-Fans werden das Spiel boykottieren, auch wenn sie gerne zu dem Spiel gefahren wären.
„Wir werden diesen Akt der Kriminalisierung nicht hinnehmen und fordern alle 96-Fans auf das Spiel zu boykottieren und weitere Aktionen gegen dieses Vorhaben zu veranstalten!“, so Joseph Martin weiter.

Die Brigade Nord 99
ist eine Ultra-Gruppe die sich seit Jahren mit den Themenkomplexen
Rassismus, politische Ökonomie und Repression im Fussball auseinandersetzt.

Mit freundlichen Grüßen
Brigade Nord 99

gefunden hier. jetzt frage ich mich: wer sich seit jahren mit politischer ökonomie beschaeftigt, muss doch irgendwann mal verstanden haben, dass die polizei als militariserter arm des staatsapparates genau diese aufgabe hat: repressiv gegen all jene vorzugehen, die in irgendeiner art und weise stoerend sein koennten. dass sie dabei immer abgefaherene methoden anwendet, hat mit „1984 is now!“ (siehe etwa hier) und anderen vorwuerfen in meinen augen ziemlich wenig zu tun. das muesste man eigentlich als experte fuer politische ökonomie relativ zuegig verstehen, oder?

im uebrigen: auch in essen hat man sich ein paar gedanken zum thema polizei gemacht. den flyer, den ein paar leute beim letzten heimspiel verteilt haben, kann sich jeder interessierte deshalb auch nochmal hier anschauen.


16 Antworten auf “we understand”


  1. 1 Unfass Bar 15. Dezember 2008 um 16:53 Uhr

    Hast auch nix zu tun oder?

  2. 2 irobot 15. Dezember 2008 um 22:32 Uhr

    Also, ich verstehe die Kritik an der Geschichte nicht so ganz. Du unterschreibst doch nur das was die Brigade Nord 99 beschreibt. Die Polizei als repressives Organ. SChließlich kann man das aus dem Text auch eindeutig herrauslesen…

  3. 3 goniwe 15. Dezember 2008 um 23:12 Uhr

    schreiben wir hier immer so boesartig? natuerlich finden wir das nicht bloedsinnig, was die brigade nord da schreibt. aber man wird ja auch was ergaenzen/kritisieren duerfen, hoffe ich zumindest – denn wir sind ja alle aufgeklaerte menschen.

    mir fehlt da bei einer gruppe, die von sich selbst behauptet, sich „seit jahren mit politischer ökonomie auseinanderzusetzen“ eine analyse der gesellschaft, die derartige zustaende hervorbringt. kein wort zum kapitalismus, kein wort zur rolle/funktion, die die bullen in einer gesellschaft notwendigerweise einnehmen muessen etc.

    wer die gesellschaftlichen verhaeltnisse, die die scheisse hervorbringen die wir uns unter anderem in fussballstadien immer wieder antun muessen, nicht in seine analyse mit einbezieht, wird sich entweder immer im kreis drehen oder irgendwann darauf verfallen, anderweitige erklaerungsansaetze zu bevorzugen: zum beispiel das irgendwelche boesen menschen sich verschworen haben und 1984-artige zustaende einrichten wollen etc.

    statt aber NUR auf schaeuble und co einzupruegeln (wie es halt auch ultras immer gerne tun, gibt ja doch mehrere kurven mit diesen absolut sinnlosen antischaeuble-fahnen) koennte man ja vielleicht mal anfangen die leute zu beleidigen, die solche arschloecher waehlen?

    ich faends einfach manchmal schoener wenn man derartige dinge etwas fundierter anginge.

  4. 4 Ja, Mann! 16. Dezember 2008 um 11:15 Uhr

    @goniwe

    Ich finde du hast recht. Aber meinst du in einer Pressemitteilung eine ausreichende Gesellschaftsanalyse unterbringen zu können?!

    Wenn es um eine ausführliche Stelleungnahme gehandelt hätte-würde die Analyse bestimmt drin stehen…

    Aber in einer Pressemitteilung halte ich das für nicht passend.

  5. 5 goniwe 16. Dezember 2008 um 12:29 Uhr

    haette ja kein 10seitiger text werden muessen, aber vielleicht das eine oder andere saetzchen mehr in diesen doch recht kurzen text einzubringen, waere nicht sooo die aufgabe gewesen, oder?

  6. 6 flute 16. Dezember 2008 um 17:37 Uhr

    http://bilder.ultras.ws/pics/0343708265179cb902af1b57621b4dfa.jpg

    Hat nichts mit dem Thema zu tun, aber wo es schon um die Beschränktheit von Ultras geht.

    Der tote Nazi-Fußballfan, der aus einer Notwehrsituation heraus erschossen wurde, wird in eine Reihe mit Genua und Athen gestellt?

  7. 7 bene 16. Dezember 2008 um 17:51 Uhr

    Eventuell könnte es aber bei dem Zusatz mit Paris auch im die Jugendlichen in den Pariser Vororten gehen?

  8. 8 goniwe 17. Dezember 2008 um 18:29 Uhr

    glaub ich kaum.

    finde das auch erschreckend und haette das nicht erwartet.

  9. 9 couleursdepassion 17. Dezember 2008 um 22:08 Uhr

    Ich darf mal ebend zitieren:

    1. FC Magdeburg hebt Personalisierungszwang für Eintrittskarten beim Spiel der U23 auf
    Für die Begegnung der U23 von Hannover 96 beim 1. FC Magdeburg wird es nun doch Eintrittskarten für die mitreisenden 96-Anhänger geben, ohne dass eine Personalisierung notwendig ist.
    17.12.2008 – Nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Erklärung der Roten Kurve zu dem Personalisierungszwang für Eintrittskarten für den Gästebereich erreichte uns eine Mail von Thorsten Meier von Hannover 96 mit erfreulichen Neuigkeiten als direkte Folge unserer Erklärung:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    auf Nachfrage bei verschiedenen Institutionen und Entscheidungsträgern der Polizei und des 1. FC Magdeburg, ist der personalisierte Ticketverkauf für das Regionalligaspiel am 19.12.2008, 1.FC Magdeburg vs. Hannover 96 II, ab sofort aufgehoben.

    Steh- und Sitzplatzkarten sind noch bis 19.12., 13:00 Uhr im Fanshop an der AWD Arena erhältlich. Die Menge je Käufer ist nicht begrenzt.

    Darüber hinaus steht in Magedeburg eine Gästekasse zur Verfügung.

    Hannover 96 weist darauf hin, dass der Verkauf der personalisierten Tickets auf ausdrücklichen Wunsch des 1. FC Magdeburg und der Polizei Hannover statt fand.

    Wir wünschen allen Fans eine gute Anreise, sowie ein erfolgreiches Spiel unserer Mannschaft in Magdeburg.

    Ebenfalls an dieser Stelle ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Thorsten Meier

  10. 10 mue.-g. 17. Dezember 2008 um 22:54 Uhr

    Bin fast sicher, dass es da um die Toten in Paris geht… War doch durhaus ein Thema in der deutschen Ultralandschaft: Racaille (Verte) lässt grüßen…

  11. 11 zdb 17. Dezember 2008 um 23:00 Uhr

    ansonsten glückwunsch nach hannover! kämpfen lohnt sich…

  12. 12 The new cookiemonster 17. Dezember 2008 um 23:45 Uhr

    ALso, wenn das wirklich von der Schikeria kommt, glaub ich nicht, dass die den erschossenen St.germain fan meinen….

    die sind ja eher israelsolidrisch (zumindest auf klebern die ich von denen gesehen hab.. gegen die mullahs und ihr regime, gegen antiamerikanismus und antisemitismus)

    Schätze schon,dass die die frustrierten jugendlichen meinen…. da ganze fing ja auch mit dem in den tod getriebenen jugendlichen an…)

  13. 13 zdb 17. Dezember 2008 um 23:49 Uhr

    welche aufkleber? noch nie gesehen…

  14. 14 Südländer 18. Dezember 2008 um 0:34 Uhr

    Selbst in München regiert nicht mehr überall die Oldschool-Anti-Imp-Theorie. Man darf den Veranstaltern des Kurt-Landauer-Pokals also durchaus zutrauen, dass sie sich nicht mit französischen Rassisten und Antisemiten solidarisch erklären. Es dürfte sich um eine Reihe (jugendlicher) Proteste gegen die herrschende Gesellschaftsordnung handeln.

  15. 15 goniwe 18. Dezember 2008 um 12:57 Uhr

    finde ich dann in dem zusammenhang SEHR schwer verstaendlich. immerhin sind bei den anderen beiden gelegenheiten antifaschisten erschossen worden, in paris gab es keine toten (oder irre ich mich da? die einzigen todesopfer waehrend der vorstadtunruhen gingen doch aufs konto der randalierer, oder?).

    mit antiimps, antideutschen oder sonstigen trendigen schlagworten haette es ja nix zu tun, wenn da mit „paris“ dieser julien gemeint ist.

  16. 16 non league 18. Dezember 2008 um 16:13 Uhr
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