Archiv für November 2008

streitbar, innovativ, aktiv

„Die CSU München ist über den Tod ihres ehemaligen Schatzmeisters tief erschüttert“, erklärte der Bezirksvorsitzende der Münchner CSU, Otmar Bernhard, auf schriftlichem Weg. „Der hinterhältige Terror, der sich am anderen Ende der Welt abspielt, wurde durch den Tod von Ralph Burkei in die Mitte Münchens getragen.“ Unvergessen blieben „sein Tatendrang und seine Großzügigkeit, aber auch seine Ecken und Kanten“.

das haben die fans von 1860 aber schon vor laengerer zeit gewusst:

achso, wer sich noch genauer fuer den tod von ralph burkei interessiert, kann hier weiterlesen. danke an dieser stelle fuer den hinweis auf diese connection an denjenigen, der weiss, dass er gemeint ist. :)

randale total

so kann prollig sein auch mal spass machen:

handlungsanweisungen

jena/lausanne im degerloch, gefunden auf der fotoseite der horda azzuro. vorsicht, linke kurve!

where the brain aint

im blauen brief, dem infoflyer der ultras gelsenkirchen, findet man in der aktuellen ausgabe einen ganz interessanten bericht eines uge-mitglieds mit serbischem migrationshintergrund. lassen wir die uge selbst sprechen:

Warum tragen Gelsenkirchener Jugendliche, die noch nie in einem türkischen, polnischen oder russischen
Stadion waren, die Trikots der Heimat ihrer Väter und Mütter? Mit diesem Thema befasst sich momentan
eine Kampagne der Schalker Faninitiative, die wir als Ultras Gelsenkirchen unterstützen, nicht zuletzt, weil in
unserer Gruppe unterschiedlichste Nationalitäten zusammengefunden haben.

der text ist – genau wie das restliche infozine - absolut lesenswert und interessant, aber die einleitung machte mich doch etwas stutzig. also ein wenig recherchiert und auf der seite der schalker faninitiative dann letztlich auf eine beschreibung des projekts gestossen, die doch ein wenig stutzig macht:

„Was ist Heimat?“ fragen wir anlässlich der 9. FARE-Aktionswoche. Auf einem eigens für diese Aktion gestalteten Plakat sind zwei Jugendliche vor der Kulisse des ehemaligen Bergwerks Consolidation zu sehen: Tolga, Sohn unseres türkischen Haus-und-Hof-Italieners Hassan, und Steven, der ja auch so manchem Fan-Laden-Besucher bekannt sein dürfte. Beide sind, wie die Überschrift deutlich macht, „Geboren in Gelsenkirchen“.

Gerade im Fußball lassen sich gesellschaftliche Einstellungen und Entwicklungen wie bei einem Seismographen ablesen. Schon an der Farbe der Fußballtrikots lässt sich zuweilen erkennen, ob und in welchem Umfang Integration gelungen ist, ob der Wohnort wirklich eine Heimat geworden ist. Wir wollen erfahren, was es noch zu verbessern gilt.

Dabei ist Galatasaray-Fan Tolga durchaus auch Schalke zugeneigt. Doch neben vielen anderen “ausländischen” Trikots fallen im Stadtbild vor allem die Trikots von Galatasaray, Fenerbahce, Trabzonspor und co. ins Auge. Wir wollen keineswegs den moralischen Zeigefinger erheben und darauf pochen, dass jeder Gelsenkirchener unbedingt und ausschließlich Schalke-Fan sein müsste, aber wir haben den Eindruck, dass sich beide Seiten über die Motivation, dieses oder jenes Trikot anzuziehen, weitgehend anschweigen.

da stellt man sich schon ein paar fragen: warum etwa laesst sich an der farbe eines fussballtrikots erkennen, wie „gut“ integration gelungen ist? dafuer braucht man ein ziemlich merkwuerdiges verstaendnis dieses begriffs. muss man sich wirklich ueber die „motivation, dieses oder jenes trikot anzuziehen“, gegenseitig informieren? warum muss man ueberhaupt mit begriffen wie heimat arbeiten? ist heimat nicht eher ein imaginativer zufluchtsort fuer all jene, die mit den erfordernissen und dem tempo der heutigen zeit nicht mehr mitkommen und die ein refugium suchen, einen ort, an dem die zeit still steht, wo sie sonst ueberall zu rasen scheint? ist es nicht vielleicht auch gar nicht so merkwuerdig, wenn in einer stadt mit 270,000 einwohnern und einem auslaenderanteil von 13,4% auch jugendliche mit „auslaendischen trikots“ im stadtbild „auffallen“? warum faellt man ueberhaupt auf, wenn man ein trikot von fenerbahce istanbul anzieht? und letztlich: waere es nicht vielleicht sinnvoller, sich mal zu hinterfragen, wie sinnvoll es ist, menschen auf ihre nationalitaet bzw geographische herkunft zu reduzieren?

uebrigens: wikipedia macht die unsinnigkeit der frage, was heimat ist, schon durch einen einzigen satz deutlich.

Wenn man versucht, das deutsche Wort Heimat in andere Sprachen zu übersetzen, gehen leicht von der sehr umfassenden Bedeutung wichtige Teile verloren.

und was haben andere schon vor mir gewusst? genau: worueber man nicht reden kann, darueber muss man schweigen.

things you should know about

we are so strong

stand wohl in einer muensteraner stadtzeitung.

eine lanze brechen

am wochenende habe ich sportschau geguckt. die bayern stolperten sich zu einem 2 zu 2 gegen borussia moenchengladbach, schalke verlor gegen den tabellenfuehrer aus leverkusen (?) und zweiter ist hoffenheim, die ja sowieso irgendwie keiner mag. dabei spielen sie, wenn man das mal so sagen darf, ziemlich gut anzuschauenden fussball. und wirklich unsympathisch kann ich dieses junge team, in dem eigentlich gar keine richtigen topstars spielen, auch nicht finden. warum auch, denke ich mir?

ob nun hoffenheim meister wird oder am ende doch wieder die bayern (und am ende werden sies doch sowieso, das wissen wir alle), es ist doch wirklich egal. lasst sie doch.

its all about honour

a gaudi

Unnötige Provokation oder harmlose Gaudi? Diese Frage stellt sich angesichts der spektakulären Aktion, die ein Fan-Club der SpVgg Greuther Fürth anlässlich des Frankenderbys am übernächsten Sonntag plant.

FÜRTH – Der Manni kann jetzt nicht mehr aufgeben. «Die ganze Vorbereitung», er bläst unter der Brille die Backen auf – «wos do alles drohängt.» Seit Monaten ist er am Telefonieren. Mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dem Fernsehen, der Stadt, der SpVgg. Nur das Freibier fehlt noch. Vier Fässer, so sein Plan, rollen am 23. November ostwärts. Und 43 Mann in Weiß und in Grün.

Das Bier allein ginge noch als Geschichtspflege durch. 1836 transportierte die Ludwigsbahn als erstes Eisenbahnfrachtgut überhaupt zwei Fässer Lederer-Bier von Nürnberg nach Fürth. Manfred «Manni» Knaut kennt sich aus. Als Wirt der «Weißen Rose» in der Königstraße ist er gewissermaßen vom Fach. Als Vorsitzender des gleichnamigen Fan-Klubs auch. Keine Auswärtsfahrt ohne ausreichend Bier. Er grinst schelmisch. «Domols hom’s des Bier nundergforn, mir forns widder nauf – sugor mit Zinsen.» In Mannis Welt ist Nürnberg oben und Fürth unten, jedenfalls topographisch.

ganzen artikel mit noch mehr original fraenkischen zitaten gibts bei den fuerther nachrichten.

nieder, nieder, nieder

So sieht Zivilcourage aus: Bremens Fans haben beim Auswärtsspiel in Bochum dafür gesorgt, dass eine Gruppe Rechtsradikaler von der Polizei aus dem Block der Gäste gebracht wurde. Werder-Sportchef Klaus Allofs lobte die Aktion.

mehr artikel mit unterschiedlich gutem informationsgehalt gibt es beim spiegel, beim reviersport oder direkt von der polizei bochum. und einen guten artikel zu der ganzen geschichte gibts bei den freunden von verbrochenes auch noch. lesen!