were young, were free – we love the bsg chemie

einige fans von chemie leipzig haben auf den nachfolgeverein sachsen leipzig keinen bock mehr, also haben sie ihren eigenen gegruendet. ihre stellungnahme dazu lesen wir hier:

CHEMIE, CHEMIE, NUR NOCH CHEMIE

Während anderswo der Sommer und die damit verbundene Fußball-Pause genutzt
wird um Kraft zu tanken, um in der neuen Spielzeit alte Wege erfolgreich weiter zu
gehen oder Angefangenes zu verbessern, ist für uns seit Wochen eine arbeitsreiche
Zeit angebrochen, die dem Ziel geschuldet ist, einen völlig neuen Weg zu
beschreiten. Keinen einfachen zwar, aber einen der unserer Meinung nach nötig ist
und damit wohl auch den einzigen (Aus-)Weg darstellt.
Nicht wenige rieben sich verwundert die Augen, als am Samstag, dem 10. Mai 2008
in der Leipziger Volkszeitung verkündet wurde, daß zur neuen Saison die BSG
Chemie wieder in den Spielbetrieb gehen wird. „Was ist da dran?!“ „Was passiert mit
der Fanszene?!“ „Was passiert mit dem FC Sachsen?!“ waren nur einige der Fragen,
die im folgenden durch diverse Internetforen geisterten, an Stammtischen diskutiert
wurden und die in vielen Köpfen für Aufregung gesorgt haben. Diese Aufregung,
unterstützt durch verschiedenste Gerüchte, war vor allem verbunden mit
Verunsicherung durch fehlende Details und Verunsicherung über den Werdegang
Einzelner in Bezug auf den zukünftigen Weg. Verstärkt wurde dies auch durch den
auf ein mal doch auftretenden Erfolg des FC Sachsen bzw. dem Misserfolg der
Konkurrenten und dem damit verbundenen Klassenerhalt des FCS.
Doch auf was beruht dieser „Erfolg“?! Wie bereits in der Stellungnahme vom 11.April
zu lesen, vor allem auf dem Rücken von uns Fans und auf dem Rücken der Werte
und Traditionen, die wir mit der BSG Chemie Leipzig, deren legitimer Nachfolger der
FC Sachsen sein wollte, verbinden. Natürlich begann diese Entwicklung nicht erst im
letzten halben Jahr und auch nicht erst seit dem der FC Sachsen im Zentralstadion
spielt, aber gerade unter der sogenannten „Kölmel-Connection“ konnte mensch
beobachten, wie die letzten Pfeiler der symbiotischen Beziehung FC Sachsen – BSG
Chemie systematisch eingerissen wurden. Dies ging sogar soweit das dem
Stadionsprecher die seit Jahren allen geläufigen Ansagen und Rufe mit Chemie als
Inhalt untersagt wurden, oder im Verein tätige Personen wie Ellinger nach eigener
Aussage antraten „um mit dem Mief der BSG Chemie aufzuräumen“. Interne
Vorgänge über Vertragsabschlüsse, Spielerverpflichtungen etc. zwischen Präsidium,
Kölmel sowie dem Aufsichtsrat gingen und gehen mit Sicherheit auch heute noch
hart an die Grenze der Legalität und mitunter auch darüber hinaus. Werden diese
Vorgänge kritisiert, wurde versucht die KritikerInnen mundtot zu machen bzw. sie zu
diskreditieren. Der Umgang mit unserem Protest zeigt dies sehr deutlich, als sich
nicht mit den Kritikpunkten auseinandergesetzt wurde und statt dessen auf der
Mitgliederversamlung im April die Vorwürfe gestreut wurden, es gehe uns nicht um
den Verein, wir würden mit dem Boykott den Verein in eine finanzielles Loch stürzen
und außerdem sei unsere Stellungnahme nur von Emotionen und nicht von Fakten
gestützt, was nachweislich falsch ist. Gut, wenn so von eigenen Fehlern abgelenkt
werden kann. Widersprüchliche Aussagen zum Thema Politik runden diese
offensichtliche Unfähigkeit der führenden Personen des FC Sachsen ab. Leider lassen
sich immer noch zu viele Menschen von diesen Machenschaften blenden, da sie ja
angeblich zum „Wohle des Vereins“ geschehen und mit ihnen die Professionalität
Einzug hält. Das dem nicht so ist, zeigen allein die aktuellsten Vorgänge mit den
noch nicht gezahlten Aufstiegsprämien, erneut ausstehenden Gehältern und den
absolut peinlichen Bestrebungen den FC Sachsen in eine Daily Soap des DSF zu
integrieren. Nicht besser ist es, dass die Mannschaft nun mittlerweile ihre Spiele in
Weinrot, der Farbe der Dynamo-Mannschaften, bestritt. Gerade auch dies lässt es
wie Hohn klingen, wenn Sachsen-Präsident Winfried Lonzen mit infantilen Gedichten
(sehr passend zu den Trikots die Zeile „Wir sind nicht rot…“) seine angebliche neue
Liebe zu Chemie kund tut. Eine Liebe die erst entdeckt wurde, nachdem der
Entschluß, eine Mannschaft für die BSG Chemie in den Spielbetrieb zu schicken, an
die Öffentlichkeit kam und darin das Präsidium des FC Sachsen eine Gefahr für den
eigenen Verein sah. Für den Verein, der, so schwer es auch zu sagen fällt und so
lange auch darüber diskutiert wurde, nach all diesen Vorkommnissen, Lügen und
Undurchsichtigkeiten, einfach nicht mehr der unsrige sein kann, für den wir nicht
mehr erhobenen Hauptes stehen und singen können.
So wurde in den letzten Wochen und Monaten hinter den Kulissen hart gearbeitet,
um mit engagierten Chemikern allen Alters den Traum der BSG wieder zum Leben zu
erwecken. Ein Traum der an diesem Wochenende endlich Realität wurde, als am
Samstag dem 26. Juli 2008 wieder eine Erste Mannschaft mit dem Logo der BSG
Chemie auf der Brust und begleitet von lauten Gesängen und unzähligen Fahnen ein
Spielfeld betrat und es unter dem Jubel der vielen Jugendlichen nach einem 10:2
Sieg freudestrahlend wieder verließ.
Dies soll natürlich nur der Anfang sein von einem Projekt von Fans für Fans, für
Menschen für die Fußball mehr als Konsum ist und darum liegt es auch an euch ob
und wie erfolgreich sich die Zukunft der BSG Chemie gestalten wird. Eine Zukunft
fernab von dem was gemeinhin als moderner Fußball benannt wird. Natürlich wird es
kein einfacher Weg, wenn uns in der kommenden Saison in der letzten Liga die
Spiele höchstens an die Stadtgrenze bringen werden, doch die ersten beiden
Testspiele machen Mut und Hoffnung auf mehr, denn sie haben gezeigt, dass es
Leute gibt, die sich zerreißen um Grün-Weiß wieder zu dem Verein zu machen, der er
ein mal war. Natürlich geht das nur mit euch allen. Mit eurer Anwesenheit, bei den
Spielen, mit euren Stimmen auf den Rängen, mit eurer Mitgliedschaft im Verein
selbst, und mit eurem Engagement außerhalb der Spiele. Denn die neue BSG Chemie
ist ein Verein in den sich Jeder und Jede, also damit auch ihr, aktiv einbringen kann
und soll. Ob als Spieler, Mannschaftsbetreuer, Ordner oder Verkäufer, alle können
ihre Stärken in unseren Verein mit einbringen, ihn aufbauen und mehr als ein Teil
von ihm sein und damit die Fahne, welche unseren Protest kennzeichnete und jetzt
das Symbol für den Neuanfang ist, mit Leben erfüllen:

„UNABHÄNGIGKEIT – WAS
WIR DENKEN, WAS WIR LEBEN, WAS WIR FÜHLEN – DAS IST DIE BSG CHEMIE!“

Diablos und Ultra` Youth 27.Juli 2008

manchmal wuenschte ich, fussball waere auch noch mein lebensmittelpunkt, dann wuerde ich sowas auch machen. wer sich die stellungnahme als pdf angucken will, sollte hier klicken. und wer schonmal ein paar bilder sehen moechte, hier.


1 Antwort auf “were young, were free – we love the bsg chemie”


  1. 1 chribe 02. August 2008 um 12:42 Uhr

    „manchmal wuenschte ich, fussball waere auch noch mein lebensmittelpunkt, dann wuerde ich sowas auch machen.“

    du hast echt begriffen, worum es geht.

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