music changed my life in so many ways

in all den jahren, die vergangen sind, seit ich die elektronische musik fuer mich entdeckt habe, gab es stets diese momente, die vermutlich jeder kennt, der fuer diese musik die gleiche liebe empfindet wie der schreiber dieser zeilen: die einsicht, dass auf das, was bisher gemacht wurde, noch einer draufgesetzt werden kann, eine erkenntnis, die mal in kuerzeren, mal in laengeren abstaenden zueinander an die oberflaeche trat. heute schaut man mit einem schmunzeln auf die tracks und die abende zurueck, mit denen man die ersten erfahrungen mit der musik machte, erinnert sich – vielleicht manches mal ein wenig peinlich beruehrt – daran, mit was fuer leuten man in was fuer laeden die musik und den lifestyle, der nun einmal mit ihr verbunden ist, lebte und genoss.

und doch, die momente kamen immer wieder, wo man es bemerkte: dass da immer noch mehr geht, immer noch ein wenig (oftmals auch eine ganze menge) luft nach oben war, immer noch jemand da war, der die messlatte ein stueck nach oben legte. platten, zu deren klang man frueher in ekstase geriet, wirkten belanglos, oede, langweilig, ohne jeden esprit – weil es sich mit der musik wie mit dem technischen fortschritt in der filmindustrie verhaelt: nichts ist langweiliger als ein kinofilm, dessen einziges aushaengeschild die special effects waren und der sonst – ausser einer flachen story und eindimensionalen charakteren – nichts zu bieten hatte, sobald die naechste generation an computereffekten auf den markt kam und die explosionen und computeranimationen so billig wirkten, dass man nur noch darueber lachen konnte. in diesen momenten bekamen diese produkte der kulturindustrie hoechstens noch einen nostalgischen wert, der vielleicht dabei half, noch eine lieblos designte collectors edition abzuwerfen – oder, im falle der musik – auf retroparties zum besten gegeben zu werden, in der hoffnung, dass es immer noch genug leute gaebe, die noch nicht gemerkt haben, dass es laengst besseres gibt.

und so sitze ich nun hier, es ist halb 4 in der nacht, troy pierce haut mir einen sound um die ohren, den ich mit worten kaum beschreiben kann: ein freund brachte es neulich auf den punkt, als er sagte, die musik sei so gut geworden, dass man an ihr kaum noch vorbeikaeme. ich glaube, viel besser kann man es kaum formulieren. und in dieser scheinbaren perfektion blitzt die ahnung auf, dass das noch nicht das ende der fahnenstange sein kann, dass das ende der geschichte eben auch musikalisch noch nicht eingelaeutet ist, dass auch wir noch entwicklungen erleben werden, die wir noch gar nicht erahnen koennen: die bessere welt wird errichtet werden, vielleicht nicht heute, vielleicht nicht mehr in diesem leben, aber irgendwann ist es so weit. und so lange das noch nicht so ist, kann man ja dasjenige abfeiern, was schon da ist: gute musik, zum beispiel von troy pierce. ein bisschen was von kommunismus hat das jedenfalls schon, in manchen momenten.