Archiv für November 2007

schwarz war die nacht, weiss war der schnee..

its about love, its about peace..

and its about israel. oder, wie ebenfalls der grosse gegenwartsphilosoph sven vaeth sagen wuerde: its the lifestyle we‘re living.

Der Kampf gegen Antisemitismus wird auf das Tragen von Israelbuttons und das Schwenken von Israelfahnen beschränkt. Israel wirkt identitätsstiftend und gehört für viele Antifas zum guten Ton. Israelfahnen schmücken MySpace-Seiten, Pulloverauschnitte und Gürteltaschen, seltener aber Antifatranspis. Weshalb eine israelfreundliche Position aber tatsächlich Antifaschismus stützt bzw. Antifaschismus eine israelfreundliche Position ausmachen sollte, bleibt für die Button-Antifa im Verborgenen. Ähnliches gilt für ein kritisches Verhältnis zur Nation. Antifa muss zwingend gegen die Nation gerichtet sein, im speziellen und ganz besonders gegen Deutschland. Dass antideutsche Politik inzwischen mehr mit modischem Partyaccessoires als mit der politischen Konsequenz einer Gesellschaftsanalyse zu tun hat, wird dem Konzept nicht gerecht.

den ganzen – ziemlich treffenden – text findet man bei conne island. neben einer voellig berechtigten kritik an oben erwaehnten phaenomenen wird dort auch ganz gut mit dem mythos aufgeraeumt, dass nazis neuerdings mit einer ernsthaft veraenderten strategie oder gar anderen inhalten antreten wuerden. definitiv ein lesetipp, allein schon weil die laenge genau richtig ist. anschauen!

worte

beim rwe-internetfanzine jawattdenn.de gibt es ein interview mit den ultras essen zu lesen. fuer leute, die sich ein bisschen mit der essener fanszene auskennen, bietet das ganze nicht gerade viele neuigkeiten, aber fuer solche menschen ist es vermutlich auch nicht gedacht. in einigen punkten werden meinungen vertreten, die die pflastersteine sicherlich sehr anders sehen (aber darum sind wir ja auch nicht bei den ultras essen mitgleider..), vor allem beim leidigen thema politik haette man sich doch etwas deutlichere statements als das hier erwartet:

Ultras-Essen
Bezüglich der rechts- oder linksextremen Ausrichtung von Ultra-Gruppen sagen wir einfach, dass wir damit nichts zu tun haben. Wir wollen uns da auf keine Seite stellen und das wäre wohl auch der größte Fehler in Essen. Repressionen gegen Fans sind im Fußball sozusagen tagespolitisches Geschäft geworden. Hier äußern wir uns natürlich auch politisch. Aber politische Ausrichtungen wie bei Extrembeispielen wie Chemnitz oder St. Pauli wollen wir nicht und wird es auch in Zukunft bei uns nicht geben.

totalitarismusdoktrin reloaded heisst es leider bei den meisten ultragruppen: ob links, ob rechts, alles spinner. das ist zwar immerhin besser, als nazis zu tolerieren oder gar gemeinsame sache mit ihnen zu machen – und das wird zum glueck auch nicht gemacht – aber ein etwas deutlicheres statement zum thema faschos waere doch eigentlich drin gewesen. das ganze interview kann man hier finden.

fuck you

Then he stayed on his own for most of the time
Dreaming dreams of a life of crime
In and out of trouble, he cheated and lied
But who‘d have thought he‘d join the other side

Down to Hendon with the boys in blue
It’s amazing what a few weeks can do

history

beim spiegel gibt es immer mal wieder einen artikel ueber fussballfans und ihre „ganz persoenliche“ leidensgeschichte mit ihrem jeweiligen verein. diesmal ist rwe dran und man bekommt sogar einen halbwegs brauchbaren artikel zu lesen. unter anderem ganz gut auf den punkt gebracht wird die erfolglosigkeit unseres vereins, die sich wie ein roter faden durch die geschichte zieht.

Wenn Sepp Herberger nur Recht gehabt hätte. Vielleicht wären wir längst wieder Meister geworden wie damals 1955, beim 4:3 gegen Kaiserslautern. Aber der Alte lag daneben, gründlich daneben. Ein Spiel dauert eben nicht 90 Minuten; meist geht es noch ein paar Minuten länger. „Es geschah in der Nachspielzeit“ müsste ein Spielfilm über Rot-Weiss Essen heißen, der für viele Fortsetzungen taugen würde. Immer wieder diese allerletzten Minuten, die sich so unbarmherzig in die Länge ziehen.

den ganzen artikel kann man hier finden, und das angesprochene youtube-video vom legendaeren 2-0 durch jörg lipinski gegen die blauen 1992 findet sich hier:

da darf man schonmal ne traene verdruecken.

paint on the walls

fussball-streetart war mal eins der themen, weshalb wir diesen blog eroeffnet haben. darum hier ein paar impressionen aus luebeck, wo der glorreiche rwe gestern mit einem tor in der vorletzten minute mal wieder einen auswaertssieg einfahren konnte.




gefunden wurden die bilder beim rwe-internetfanzine jawattdenn.de.

gib mir die fahne wieder

Eine Fehde zwischen einigen FCZ- und GC-Anhängern trägt die Züge eines solchen Kriegsersatzes. Sie erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt am Montag vor einer Woche, als etwa 12 maskierte FCZ-Fans bei einem im Kanton Aargau wohnhaften GC-Fan einbrachen und diesen nötigten, mit ihnen mitzukommen. Wie der GC-Fan sagte, sei er wiederholt mit Füssen und Fäusten geschlagen worden, sobald er sich zu wehren versucht habe. Waffen dagegen seien keine eingesetzt worden. Die FCZler verbanden seine Augen mit einem Schal des italienischen Fussballklubs Juventus Turin, steckten ihn in ein Auto und verlangten, sie zu einer Adresse zu führen: Dorthin, wo GC-Anhänger FCZ-Fan-Utensilien aufbewahrten, die sie in der Nacht zuvor aus einem Lokal in Zürich gestohlen hatten. (…)

Die Freiheitsberaubung war aus Sicht der FCZ-Fans eine Vergeltung für den erwähnten Einbruch in ihrem Lokal, das sie «Festung» nennen. Die GC-Anhänger, vor allem aus der Gruppierung Bulldogs, hatten zahlreiche FCZ-Fan-Utensilien gestohlen, darunter die beiden Zaunfahnen der Südkurven-Gruppierung Anthrax. Ultras, eingefleischte Fussballfans, die in den Stadien mit Choreografien, Gesängen und Pyroshows Stimmung machen, messen der Zaunfahne eine starke symbolische Bedeutung bei, ja sie gilt als Heiligtum. Wer es schafft, einer gegnerischen Ultra-Gruppierung die Zaunfahne zu stehlen, hat diese besonders erniedrigt. Anthrax hat sich in der Zwischenzeit aufgelöst, weil, so die Ultra-eigene Logik, die Gruppierung nicht in der Lage war, die Fahne zu verteidigen.

den ganzen artikel gibts beim schweizer tagesanzeiger.

italien

Warum wollen Sie nicht, dass der Tod von Gabriele Sandri als Unfall dargestellt wird?

Weil es kein Unfall war. In unserer Presseerklärung kritisieren wir die üblichen Allgemeinplätze, die die Ultras undifferenziert als eine Horde Kri­mi­neller und Faschisten mit ausgestrecktem Arm darstellen – was die ausländische Presse regelmäßig macht – oder sogar als Terroristen, was wiederum eine italienische Besonderheit ist.

Die Einstellung dabei ist immer dieselbe: Wenn die Lage eskaliert, ist sofort von »Notstand« die Rede, dann folgen Reaktionen aus der Politik, in Form von repressiven Gesetzen.

Wir kritisieren die Tendenz, nach den Ereignissen vom vorvergangenen Sonntag nur noch von einem »tragischen Tod« bzw. von einem »tragischen Fehler« zu reden, der nichts mit dem Fußball, den Stadien und den Ultras zu tun hat.

das ganze interview mit ashley green vom progetto ultra gibt es bei der jungle world.

scotland belongs to me

auch in glasgow, schottlands groesster stadt, hat sich der fussball veraendert. mittlerweile ist es den fans der beiden bekanntesten vereine, rangers und celtic, nicht mehr erlaubt, gewisse lieder zu singen, die stadien sind komplett mit sitzplaetzen ausgestattet und ueberhaupt: man darf nicht mehr, wie man frueher durfte. nun ist es an sich kein weltuntergang, wenn anhaenger von schizophrenenvereinen wie der katholischen oder der protestantischen kirche an der ausuebung ihrer total bescheuerten konflikte gestoert werden, aber ein kleines grinsen kann man sich manchmal trotz allem nicht verkneifen, wenn man solche zeilen liest:

Scharfe Gesetze sollen den religiös motivierten Exzessen ein Ende setzen. Wer die traditionellen, inzwischen als sektiererisch eingestuften Gesänge nutzt, dem droht seit einigen Jahren eine Haftstrafe. So dürfen die Zuschauer im Ibrox Park (50.467 Plätze) eines ihrer berühmtesten Lieder nicht mehr singen: „Billy Boys“. Ein Chant, dessen Ursprung auf eine protestantische Glasgower Straßengang zurückgeht, die sich in den zwanziger Jahren blutige Schlachten mit Katholiken lieferte. Gerade Zeilen wie „We‘re up to our knees in fenian blood, surrender or you‘ll die“ („Wir waten bis zu den Knien im Blut der verdammten Iren, gebt auf oder ihr werdet sterben“) führten zu dem Gesangsverbot.

den ganzen artikel gibts hier

it’s so easy…

ein schreiber aus dem rwe-forum erklärt das auswärts-fahren ohne dabei stress mit der polizei zu bekommen.

…aber selbst bei Fahrten mit dem Sonderzug, oder Asi-Ticket habe ich in den letzten Jahren keine großartigen Repressalien erfahren. warum auch ?? Ich hole mir nen 6-pack, setzte mich in den Zug, fahre zum Zielbahnhof, werde durch Polizei empfangen, fahre zum Stadion, gucke das Spiel an, fahre mit dem Bus in Polizeibegleitung zum Bahnhof zurück, kaufe mir wieder nen six-pack und fahre mit dem Zug nach Hause.

wer probiert es mal aus?