spiel nicht mit den judenkindern

profifussballer fuehren ein merkwuerdiges leben: wie die meisten anderen menschen, die von der oeffentlichkeit aus irgendwelchen gruenden zu stars auserkoren worden sind, ist ihnen ein gesteigertes medieninteresse sicher. das fuehrt dann dazu, dass zeitungen wie die bild sich zwar mit den alkoholexzessen von trainern beschaeftigen, dabei aber mit keinem wort erwaehnen, dass vermutlich 50% ihrer leserschaft ebenfalls ein problem mit derselben substanz besitzen – schoen, wenn man seine probleme auf andere projizieren kann..

besonders interessant wird es, wenn die kicker aus wie auch immer gearteten gruenden die arbeit verweigern, und diesmal ist es sogar auch aus politischer sicht interessant. der deutsch-iraner ashkan dejagah, der unter der woche fuer den vfl wolfsburg kickt, weigert sich in seiner funktion als spieler der deutschen u21-nationalmannschaft, ein spiel in israel zu bestreiten, frei nach der devise: khomeini befiehlt aus dem grab heraus und wir folgen. wo es sonst ein unding par excellence ist, wenn ein so genannter fussball-millionaer die arbeit verweigert, aeussert sein trainer, dieter eilts, fuer die entscheidung verstaendnis. das kann theo zwanziger, praesident des dfb, so nur unterstreichen:

„Ich habe die Entscheidung des Trainers Dieter Eilts respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen“, fügte DFB-Präsident Theo Zwanziger hinzu, „aber wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt.“

(aus der onlineausgabe der bild am montag)

das private ist also auf einmal nicht mehr politisch und die entscheidung dejagahs ist dementsprechend aus rein persoenlichen gruenden heraus entstanden: er moechte einfach nur nicht in israel spielen. stellt sich die frage, wann der erste spieler sich weigert, in italien, england oder rumaenien zu spielen?

im uebrigen ist derartige doppelmoral fuer deutsche fussballverantwortliche nichts besonderes: uli hoeness, manager des fc bayern muenchen, setzte einst durch, dass seine mannschaft beim champions league-spiel in tel aviv nicht in den schwarzen auswaertstrikots auflaeuft, weil diese zu sehr an ss-uniformen erinnern koennten. wer das als gute entscheidung empfand, bekam schon wenige monate spaeter die retourkutsche: der damals beim fc bayern kickende iraner vahid hashemian verweigerte seinen auftritt in israel und kurz darauf machte der verein ein freundschaftsspiel in teheran gegen die iranische nationalmannschaft klar, weil man eben doch „fussball und politik trennen muesse“. ich mach mir die welt, wie sie mir gefaellt..

*gerade gesehen: bei lizas welt gibts dazu natuerlich einen viel durchdachteren und schlaueren kommentar, war ja klar. hier gehts lang.

und nochmal editiert: in der faz gibts einen neuen artikel zu dem thema. offenkundig kommt doch einiges an bewegung in die sache.


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