Archiv für Oktober 2007

colours of the night

nur ganz kurz: mal wieder ein kleines foto-update im flickr-album vorgenommen.

solving problems

Polizeieinsätze bei Randalen

Sächsische Vereine sollen zahlen

Fußballvereine könnten bei Ausschreitungen bald zur Kasse gebeten werden. Sachsens Innenministerium arbeitet nach Informationen der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ an einer entsprechenden Musterpolizeiverordnung. Wenn darin aufgelistete Auflagen nicht eingehalten werden, könnten Vereine zur Finanzierung von Polizeieinsätzen herangezogen werden, die über normale Absicherungsmaßnahmen hinausgehen, zitiert das Blatt Ministeriumssprecher Lothar Hofner.

Dem der Zeitung vorliegenden Entwurf zufolge wird unter anderem ein Alkoholverbot für Stadionbesucher angestrebt. Auch ausländerfeindliche oder nationalsozialistische Propaganda soll verboten werden. Verstöße würden als Ordnungswidrigkeiten eingestuft und könnten mit bis zu 1.000 Euro gegen Vereine und Stadionbesucher geahndet werden.

hier gefunden. das sind ja ganz radikale und neue ansaetze – offenkundig scheinen ‚nationalsozialistische parolen‘ in sachsen bisher noch nicht verboten zu sein. wundern taete es wohl niemanden.

common law

Im folgenden soll auf die Vorkommnisse im Rahmen des Auswärtsspiels in Gelsenkirchen am 27.10.2007 eingegangen werden:

Die aktive Bremer Fanszene reiste an diesem Tag überwiegend per Zug an. Einer kleinen Anzahl von Mitreisenden war es im Vorfeld aus verschiedenen Gründen nicht möglich, eine Eintrittskarte für das Spiel zu erwerben. Um Zeit mit ihren Freunden verbringen zu können, nahmen sie trotzdem an der Fahrt teil. Diese Vorgehensweise wird regelmäßig praktiziert und ist die natürliche Konsequenz der zwischenmenschlichen Verbundenheit untereinander. Da sich auf der Zugfahrt nicht ausreichende Möglichkeiten ergaben, Eintrittskarten zu erwerben, blieb eine Gruppe von acht Personen übrig, die gezwungen war, das Spiel außerhalb des Stadions zu verfolgen.
In Gelsenkirchen angekommen, ließ es die rigide Polizeitaktik nicht zu, sich ein Lokal in der Innenstadt zu suchen. Vielmehr wurde die besagte Personengruppe genötigt, mit dem restlichen Bremer Anhang in bereitgestellte Busse zu steigen, die bis vor den Gästeblock fuhren. Dort angekommen, wurde eine Zeit lang im Eingangsbereich der Kurve verweilt, bis sich die 8-köpfige Gruppe auf die Suche nach einer Lokalität machte, die das Spiel übertrug. Kurz vor Verlassen des direkten Stadionumfeldes wurden sie allerdings von der Polizei gestoppt. Ohne die Angabe jeglicher Gründe für dieses Vorgehen mussten die Personalien abgegeben werden. Nach langem Warten wurde ihnen mitgeteilt, sie seien „gewaltsuchend“ und würden deswegen in Gewahrsam genommen. Die später von Seiten der Polizei übermittelte Begründung für dieses Vorgehen lautete, es sei eine „Gefahrenprognose erstellt“ worden, die eine „Zwangsmaßnahme dieser Art“ rechtfertigen würde.
Dieses Ergebnis ist zunächst deswegen verwunderlich, da die betroffene Personengruppe u.a. anbot, die Zeit des Spiels direkt vor dem Gästeblock zu verbringen und sich damit der Beobachtung der dort verweilenden Polizeieinheiten auszusetzen. Auch die Erklärung, dass es aufgrund der polizeilichen Vorgehensweise am Bahnhof keine andere Möglichkeit gab, als sich in Stadionnähe zu begeben, wurde nicht akzeptiert. Zudem wirkt die Rechtfertigung für die Gefangennahme äußerst konstruiert. Ein massiver Eingriff dieser Art sollte auf handfesten Hinweisen beruhen, statt auf der bloßen Vermutung, es könnte eine Gefahr von einer Personengruppe ausgehen. Dies suggeriert, dass extrem subjektive Deutungen der jeweiligen Beamten ausreichen, um einen Freiheitsentzug durchzusetzen, der bei objektiver Betrachtung eindeutig willkürlich erscheint. Zudem sehen wir die Maßnahme der Polizei als weitere Einschränkung unserer Art und Weise, den Spieltag zu gestalten. Die gemeinschaftliche Anreise stellt dabei eine grundlegende Priorität für jede/n von uns dar, egal ob eine Karte ergattert werden konnte oder ob wegen eines Verbotes der Zutritt zum Stadion verwehrt bleibt.

Nachdem die Gefangennahme der sich außerhalb des Stadion befindlichen Personen im Stadion bekannt wurde, verliess zunächst Infamous Youth geschlossen das Stadion, da es sich bei den Festgenommenen um Mitglieder ihrer Gruppe bzw. um Personen ihres Umfelds handelte. Racaille Verte folgte wenig später. Die Unterstützung des Vereins war uns durch die Umstände, in denen sich unsere Freunde befanden, nicht möglich. Weiteren Personen der Ultraszene wurde wenig später das Verlassen des Stadions auf polizeiliche Anordnung verboten. So konnten die Gruppen The Wanderers, UTB und Relic Upstarts erst in der 60. Minute und nach vehementem Protest von ihrem Recht auf Bewegungsfreiheit Gebrauch machen.
Auf dem Stadionvorplatz teilten wir der Polizei auf sachliche Art und Weise mit, dass wir, sobald unsere Freunde wieder frei seien, die Heimfahrt antreten würden. Diese Forderung wurde ausgeschlagen. Stattdessen wurden wir in einen Bus gedrängt, der uns im Stile eines Gefangenentransportes mit Sirenen und Blaulicht zum Hauptbahnhof brachte. Dort angekommen wurden wir von einer äußerst aggressiven Polizei-Einheit aus Baden-Württemberg in Empfang genommen, die uns direkt in den Zug nach Münster zwang. Als wir beim Umstieg in Münster auf die uns folgenden anderen Gruppen und die Freigelassenen warten wollten, kam es zu ersten Übergriffen seitens der Polizei. Mit gezogenem Schlagstock wurden wir auf das Gleis und in den Zug gedrängt. Einzelpersonen wurden brutal zu Boden gerissen und es kam zu Sachbeschädigungen an Kleidungsstücken.

In Osnabrück schafften es alle Beteiligten, sich friedlich von den Ordnungshütern zu entfernen und so wurde erfolgreich auf unsere Freunde gewartet. Der bis dahin katastrophal verlaufene Tag schien wenigstens ein einigermaßen positives Ende zu nehmen. Zudem trafen die Essener in Osnabrück ein, die sich auf der Rückreise von ihrem Spiel in Hamburg befanden. Es wurden die üblichen „Werder und der RWE“-Gesänge angestimmt, zuvor war von uns noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass beide Vereine eine Freundschaft pflegen.
Doch die Polizei war offensichtlich an keiner Deeskalation bzw. dem gemeinsamen friedlichen Feiern beider Fangruppen interessiert. Mit äußerster Brutalität wurde auf beide Fangruppen, die natürlich versuchten, in Kontakt miteinander zu kommen, eingeprügelt. Es kam zum Einsatz von Pfefferspray, Einzelpersonen wurden gezielt angegriffen und teilweise am Boden liegend verprügelt. Sogar gezielte Schläge auf Kopfhöhe wurden ausgeteilt, glücklicherweise trafen diese nicht ihr Ziel. Selbst einige Polizeibeamte schienen von dem Kontrollverlust ihrer Kollegen schockiert zu sein und versuchten, diese an weiteren Gewaltausbrüchen zu hindern. Anzeigenaufnahmen und die Herausgabe der Dienstnummern wurden pauschal verweigert.
Schockiert von dem Exzess der staatlich legitimierten Schlägertruppe und der absoluten Hilflosigkeit ihr gegenüber, wurde sich in den Zug gerettet. Einige waren durch Prellungen und Blutergüsse verletzt worden oder litten unter Schleimhautreizungen wegen des Pfeffersprays.

Die Polizei schien leider immer noch nicht genug gehabt zu haben, denn bei der Ankunft in Bremen kam es zur nächsten Eskalation. Als sich im Bahnhof aufhaltende Nazis eine Personengruppe von uns mit „ihr scheiß Zecken-Fotzen!“ ansprach und darauf reagiert wurde, prügelte die behelmte Polizei erneut auf alles ein, was sich nicht schnell genug retten konnte.
Erneut wurde die Herausgabe von Dienstnummern mit der Androhung von nächtlicher Gewahrsamnahme verweigert. Ca. 10 Personen wurden in Folge dieses Geschehens in Gewahrsam genommen, teilweise bis 9 Uhr des Folgetags. Auch hier kam es zu Beleidigungen und tätliche Übergriffen auf die Festgenommenen.

Uns zeigen die Vorkommnisse dieses Tages erneut, dass die Kriminalisierung aktiver Fans ein unvorstellbares Maß angenommen hat. Rechtsstaatliche Grundprinzipien werden am Spieltag ausgeblendet. Die eingesetzte Polizei verfügt nicht über die geistigen Kapazitäten, um Situationen einschätzen zu können und deeskalierend zu wirken oder schaltet diese bewusst ab. Es besteht ein eindeutiges Interesse an gewaltsamen Handlungen, für die der minimalste vermeintliche Auslöser genutzt wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass bis heute kein Polizeibericht über den Einsatz aufgetaucht ist, während es bei unerheblichsten Vorfällen in Fußballzusammenhang umgehend zu einer Thematisierung kommt.

Infamous Youth
Racaille Verte

you are not allowed to stay here

zugeschickt gekriegt:

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch (…)

den ganzen text gibt es hier zu lesen.

photoshop-experten

am sonntag findet im osten mal wieder ein spiel mit ziemlich viel konfliktpotenzial an: dresdens zweite gegen lok leipzig. zur einstimmung auf solche spiele sind kleine ankuendigungsbilder mittlerweile ueblich, und beide seiten schoepfen mal wieder aus dem vollen repertoire, wobei man der leipziger seite eine gewisse vermutlich unfreiwillige komik zugestehen kann:

bomber harris haette tatsaechlich noch planvoller zu werke gehen sollen, wenn man sich einen aufruf von dynamo-seite anschaut, der an ekelhaftigkeit kaum noch zu ueberbieten ist:

USW stuff

mal wieder ein nettes USW Bild gefunden.

Seen on Graffiti Essen.

for breakfast

man kann echt unglaublich lustige witze mit unserem vereinsnamen machen. ha, ha!

and the heartbeat goes on

a day at the stadium

neues aus der kulturhauptstadt:

deutschland has gotta die!

my last wish

red kaos zwickau:

ein echter leckerbissen, sieht cool aus, die idee ist gut und die ausfuehrung scheint auch gut geklappt zu haben. chapeau!