Archiv für September 2007

dschungelbuch

scary.

falsche feinde

den newsletter von usp, die so genannte gazzetta digital, lese ich schon sehr gerne. in der aktuellen ausgabe gibt es einen interessanten kleinen text, der mich ein wenig zum nachdenken gebracht hat:

*WEEKLY VIEW*

In dieser Woche überraschen wir Euch mit einem politischen Blick in
die Kurven. Wahrscheinlich werdet Ihr alle das Fanladenbuch besitzen
oder mindestens gelesen haben. Dort findet sich auch eine längst
vergangen Palästinasoliaktion bei Sankt Pauli und auch viele andere
linke Kurven haben sich hier in den letzten Jahrzehnten eindeutig
positioniert. Heute dokumentieren wir drei rechte Kurven, welche ihre
Solidarität zu Palästina aus rein antisemitischen Gründen zeigen.

Sowohl die Irriducibili von Lazio, die kibice von Legia Warschau als
auch die Fans von Feyenoord Rotterdam (das Foto entstand beim Spiel
gegen den seiner jüdischen Wurzeln bekannten Rivalen Ajax Amsterdam)
sind durch rechtsradikale Ausfälle und faschistisches Gedankengut
immer wieder ausgefallen.
Bei uns im Block gehören Palästinafahnen und -tücher der
Vergangenheit an, hoffen wir dass auch bei anderen europäischen
linken Fanszene etwas mehr Weitsicht einsetzt, denn ein solch
politisierendes Thema sollte mit äußerster Vorsicht aufgearbeitet
werden, bevor man klar Stellung bezieht.

irgendwie eine komische stelle, denn aus was fuer gruenden, wenn nicht aus antizionistischen, ist man solidarisch mit der palaestinensischen „widerstandsbewegung“? schon etwas strange, aber was solls, die hamburger sind mit sicherheit noch die fussballfangruppe, wo mit am fortschrittlichsten in hinblick auf diese thematik gedacht wird und ehrlich gesagt finde ich so uebertriebene spitzfindigkeiten, wo genauestens auf den wortlaut geachtet wird, eher sinnlos.

die fotos seien hiermit auch noch nachgereicht:



Du bist nicht allein

Ein kurzer Artikel aus dem Online Magazin „Stadionwelt“
Es gibt auch noch einige andere nützliche weblinks, doch ich möchte einfach mal testen wie selbstständig ihr so im internet arbeiten könnt, außerdem könnte es sein das ich etwas faul bin 8-) … einfach mal googeln.

Werden Hooligans künftig auch online überwacht?

Verschiedenen Medienbeichten zufolge könne sich der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christian Baldauf vorstellen, Online-Durchsuchungen bei so genannten Problemfans durchzuführen. Er befürwortete damit Pläne von Innenminister Schäuble.

Dies tat Baldauf bei einem Gespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema „Zwischen Sportbegeisterung und Gewaltbereitschaft – Sicherheit bei Fußballveranstaltungen“ in Mainz kund. Man müsse laut Baldauf darüber nachdenken, im Vorfeld Sicherheitslücken zu schließen: Nicht unterschätzen dürfe man, dass viele Dinge im Vorfeld über Computer abgesprochen werden.

(Stadionwelt, 24.9.2007)

viele werden sich wohl denken wie krass und übertrieben das doch wäre und das sowas doch nicht mit rechten dingen zu gehen kann.
momentan ist eine solche online durchsuchung auch noch nicht möglich(so glauben wir zummindest), doch sollte man das ganze realistisch betrachten und einsehen, das es gar nicht so abwegig ist, das solch eine maßnahme bald zur realität werden kann.
begründungen dafür zu finden, die in der öffentlichkeit ankommen, dürfte nicht schwer fallen, doch die grundsteine dafür wurden schon früher gelegt, so wird es vermutlich kein zufall gewesen sein, das die berüchtigte Datei „Gewalttätersport“ auch in die Antiterrordatei aufgenommen wurde.

Was soll man noch sagen ?? man kann wohl nur zum wiederholten mal versuchen den leuten begreiflich zu machen, das sie ihre daten sichern und sich im internet vorsichtig bewegen sollten.

blue jeans

schon wieder chemie halle und diesmal mit einer aeusserst ernsthaften aesthetischen zumutung sondergleichens. und das beste: in essen gibt es diese jeans schon seit ueber einem jahr, ich finde nur gerade kein foto davon mehr im fanshop. gekauft wurde das produkt tatsaechlich wie bloed.

lok und halle – hurensoehne

heute ist scheinbar der grosse fussballtag hier im blog. und darum gleich noch was hinterher, wir berichteten ja bereits ueber die ultras von chemie halle. dazu gabs bei deren heimspiel gegen chemie leipzig ein spruchband von den leutzschern:

dazu noch ein anderes ganz lustiges spruchband, fuer die unkundigen: sf steht fuer saalefront:

und dann gibts auch noch ein video mit neueren graffitis von selbigem verein:

still not lovin the police

Mal wieder eine Einschätzung der Polizei zur Fussballszene in Sachsen.
Was der obere Teil jedoch mit dem unteren zu tun hat, bleibt mir ein Rätsel.
Allerdings mal wieder gut zu sehen, das in Sachsen oder allgemein im Osten krassere Verhältnisse herschen als einige gewohnt sind.

Fußball-Fans in Sachsen laut Polizei zum Teil rechtsextremistisch

Leipzig. Gewaltbereite Fußball-Fangruppen in Sachsen sind laut Polizei zum Teil rechtsextremistisch. „Wir haben in Sachsen diesen Nachweis“, sagte Polizeidirektor Uwe Kilz am Samstag auf dem 1. Sportrechtstag in Leipzig. Dies dokumentiere sich in den Namen der Gruppen ebenso wie in der Kleidung und den Handlungen. Damit Widersprach der Abteilungsleiter der Bereitschaftspolizei den Darstellungen des Bielefelder Rechtsprofessors Wolfgang Schild, der in seinem vorangegangenen Vortrag berichtet hatte, „die Wissenschaft ist der Meinung, dass ein Zusammenhang zwischen Hooligans und Rechtsradikalen nicht existiert“.
Als Beispiel für Rechtsextremismus nannte Kilz die Anhänger des 1. FC Lok Leipzig. Diese nennen sich „Lok-Geschwader“, „Kommando West“ oder „Auf zur Völkerschlacht“. Die Gruppierung „blue-caps-le“ nehme an NPD-Veranstaltungen teil. Laut Kilz habe Vereinspräsident Steffen Kubald, selbst einstiger Hooligan, „bestimmte Klientel nicht mehr im Griff“. Spruchbänder wie „Wir sind Lokisten, Mörder und Faschisten“ oder das Formieren von 50 Mann zu einem Hakenkreuz im Stadion belegten den rechtsextremen Einfluss ebenso wie das Tragen einschlägiger Szenekleidung.

„Äußerlichkeiten sind mit dem Gedankengut in Verbindung zu bringen. Man muss die Äußerlichkeiten auf den Index setzen“, sagte Kilz und begrüßte damit die Maßnahmen einiger Clubs wie FC Carl Zeiss Jena, 1. FC Magdeburg oder Dynamo Dresden, Kleidung, die dem rechtsextremen Umfeld zuzurechnen ist, aus den Stadien zu verbannen.
Nach Einschätzung der Polizei befindet sich die Fanszene in einer Wandlung. „Ultras“ genannte Fangruppen würden sich mit Hooligans zu so genannten „Hooltras“ vermischen. „Das merken wir hier. Die Ultra-Szene ist an einem Scheideweg“, sagte Kilz. Ausschreitungen würden zudem immer brutaler. Dies würden nicht nur die 39 verletzten Polizisten bei den schweren Ausschreitungen am 10. Februar in Leipzig belegen. Kilz berichtete, dass einem Verkehrspolizisten in seinem Streifenwagen mit einer Gaspistole auf den Oberschenkel geschossen wurde, nachdem der Täter die Autotür aufgerissen hatte. „Da ist eine Grenze überschritten, die nicht hinnehmbar ist“, sagte der Beamte.

Die Polizei in Sachsen unterscheide die Fans immer noch den Kategorien A (keine Gewaltbereitschaft), B (anfällig für Gewalt) und C (gewaltbereit). „Die B-Gruppe ist die, um die wir uns bemühen. Wenn wir die im Griff haben, haben wir meist auch ein friedliches Fußballspiel. Es muss uns gelingen, diese Gruppe B zu bändigen“, sagte Kilz. Vor so genannten „gefahrgeneigten Spielen“ werden Sicherheitsgespräche mit Fangruppen geführt. Fans von Gäste-Mannschaften würden vom Bahnhof zum Stadion und zurück eskortiert, Fan-Busse an der Ländergrenze in Empfang genommen und bis dorthin auch wieder zurück begleitet. „Sonst würden die unter Umständen ohne Scheiben zurückfahren“, sagte Kilz.

Quelle:LVZ

Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, das der markierte Teil im Zusammenhang mit einem Fussballspiel passiert sein soll.
Von solch einem Vorfall hätte man sicher etwas mitbekommen und auch die Presse hätte sich sicher nicht nehmen lassen, daraus wieder die größte Hysterie zu machen.
Falls da jemand mehr zu wissen sollte, kann er das ja ergänzen.
Aber selbst wenn ich es einfach nur nicht mitbekommen haben sollte, finde ich es krass.

kommunikationsguerilla

beim fussball wird gern und haeufig via spruchband mit vermeintlichen gegnern kommuniziert. viele sprueche sind abgeschmackt oder einfach nur oede, aber es kommt immer mal wieder auch eine perle dabei herum. ueber das anstehende spiel zwischen frankfurt und karlsruhe wurde hier ja schon berichtet, nun gabs beim spiel ksc-bayern am gestrigen sonntag ein spruchband in der karlsruher kurve bezueglich des spiels am mittwoch:

um den hintergrund zu verstehen: beim spiel frankfurt-berlin gab es von frankfurter seite das spruchband „fluestert euren freunden zu: am 26.9. ist rennen tabu“, in anspielung auf die freundschaft zwischen berlin und karlsruhe. abgesehen davon, dass es bei solchen sachen viel zu oft um irgendwelche kloppereien geht, stellen derartige spruchband-battles doch noch den unterhaltsameren teil vieler fussballspiele dar. hier kann man sich auch noch ein paar spruchbaender beim hessen-derby darmstadt gegen frankfurt anschauen.

big blogger

gestern fand in berlin eine demo gegen ueberwachung im allgemeinen und besonderen statt. da ich selbst nicht vor ort war, finde ich es muessig, mir im internet verschiedene polizeiberichte und indymediakommentare rauszusuchen, die meine jeweilige einstellung zu der sache nur noch bestaetigen – gerade so ein verhalten scheint aber genau dem stil vieler blogger zu entsprechen.

dass eine demo mit einem derartigen aufruf bzw inhalt ein tummelplatz fuer verschwoerungstheoretiker von allen seiten ist, duerfte klar sein. auch nazis demonstrieren heute gegen ueberwachung und fuer den (nationalen) sozialismus – bloss, sagt das was ueber leute aus, die aus vernuenftigen gruenden fuer oder gegen bestimmte dinge sind? ehrlich gesagt wehre ich mich ein bisschen gegen die tendenz, mittlerweile alles von vornherein schlecht zu machen und den sinn jedweder aktion in frage zu stellen. ich moechte hier keine schwachsinnigen vergleiche oder metaphern bemuehen, aber irgendwie ists doch mitunter ziemlich albern, wie in manchen blogs gezielt nach den quotendeppen gesucht wird, um so das ganze desavouieren zu koennen. klar, mit irgendwelchen deppen von infokrieg.tv demonstrierts sich schlecht, andererseits finde ich die entwicklung, die das ueberwachungssystem dieses demokratischen rechtsstaats (ja, so schlecht ist das konzept naemlich gar nicht..) nimmt, aeusserst bedenklich. gerade als fussballfan darf man da doch so einiges ertragen und ehrlich gesagt empfinde ich es als frechheit, dass jeder streifenpolizist durch nen funkspruch mitgeteilt kriegt, ob er bei der personenkontrolle gerade einem gewalttaeter sport gegenuebersteht. oder besser: die blosse existenz dieser sinnfreien datei ist eine zumutung.

wie dem auch sei, ich habe einfach mal eine linksammlung zusammengestellt, in der verschiedene stimmen zur demo zu wort kommen, der ausgewogenheit halber und so.

gegen schaeuble, angst und so – bei classless, demobericht bei heise.de, erfahrungs bericht bei kulinaria katastrophalia, der passende indy-artikel. ich glaube, alles weitere findet man dann ueber diese links selbst.

harte jungs

in frankfurt laeuft der hase manchmal ein bisschen anders – auch beim fussball. die ultras der eintracht gelten in deutschland bei vielen als die nummer eins und so ganz aus der luft scheint mir das nicht gegriffen zu sein. bald ist der karlsruher sc in der mainmetropole zu gast und weil sich die fanlager eher nicht so gut leiden koennen, koennte das ein ganz spannender kick werden. im vorfeld der partie gibts sogar einen eigens angefertigten hiphop-track gegen die badenser, den man sich auf der homepage der ultras frankfurt anhoeren kann.

etwas mueder beat und dazu ein text, der vor gewaltandrohungen nur so strotzt: eigentlich gar kein schlechter ansatz, leider habe ich grosse probleme, den text ganz zu verstehen. auf jeden fall ziemlich viele anspielungen auf verschiedene ereignisse rund um spiele zwischen den beiden mannschaften, leider stoesst mir dann ein part doch sehr uebel auf, haette ich von frankfurt auch nicht unbedingt erwartet:

ihr steht auf homo-ehe
und seht leider niemals titten
ihr waert gerne fies ihr nutten
geht weiter berliner ficken

fuer die fussballunkundigen leser: es gibt seit den 80er jahren eine fanfreundschaft zwischen den fans von hertha bsc und dem ksc. anhoeren kann man sich das ganze aber trotzdem mal.

viele bunte bilder

auf der homepage von usp, der vermutlich unangefochtenen nummer eins in sachen fussballbezogene streetart, hats mal wieder ein update gegeben. einsehen kann man die sachen hier, sind wirklich interessante dinger dabei, die meine einschaetzung bestaetigen. vor allem die aufkleber mit den verschiedenen characters sind doch wirklich klasse, muss man neidlos anerkennen.

und dann noch bilder vom spiel sion-zuerich.


nichts geht ohne das spiderschwein:

schon ziemlich cool.